Einstellungen, Baustellen und Vorankommen

«Egal wie viele Steine noch kommen mögen, ich werde einfach immer weiterbauen.»

Letzte Woche konnten wir Fundament Nummer 15 fertigstellen. Damit haben wir insgesamt locker dreitausend Steine vermauert und mit der Schaufel über zwanzig Kubikmeter Mörtel angerührt. Dies entspricht ungefähr dem Volumen von hundert Badewannen. Die Steine haben wir zuletzt mit dem Opel Campo von der anderen Hügelseite aus hergefahren. Vielleicht werde ich zum Andenken eines Tages den Boden meines Arbeitszimmers mit Steinen pflastern. Der Campo ist übrigens ein super Auto; viel Kraft und wenn man einen Knopf rechts neben dem Lenkrad drückt, dann wischt er genau zweimal über die Windschutzscheibe.

20170703_144111.jpg

20170621_113406.jpg

20170703_145022.jpg

Viel entscheidender als die harten Fakten ist jedoch, ich habe mich trotz der Monotonie stärker mit dem Abenteuer hier im Busch angefreundet: Ich meine, vielleicht wäre es mental einfacher, in dieser Zeit zuhause ein Trainee zu absolvieren bei Swisscom, der Post oder einem der dicken Wirtschaftsprüfer. Dann könnte ich im Büro mit Excel herumspielen und beim Cappuccino die enge Taktung des operativen Tagesgeschäfts bemängeln und überhaupt – ob sich in der Ablauforganisation nicht effizientere Mechanismen implementieren liessen. Schliesslich hätte ich ja nicht BWL studiert, um danach Excel-Tabellen zu kopieren!

Stattdessen schufte ich hier täglich in der Tropensonne mit brennenden Augen vom ei-genen Schweiss. Aber hey, wenigstens verändere ich hier mit meinen Händen täglich ein kleines Stück dieser Welt zum besseren Schutz der Tiere, während die Leute von der BWL jeden Tag ein kleines Stück Excel-Dokument verändern. Als ich mit dem australischen Birdwatcher von unserem Auftraggeber African Parks ein paar Worte gewechselt habe, ist mir bewusst geworden, wie sehr ich das Projekt mag: Es hat einfach Stil, für Leute zu arbeiten, die Hauptberuflich Vögel beobachten. Kein Wunder ist seine Freundin eine Schnitte. Diese Art von Inspiration macht einfach glücklich.

20170707_081239.jpg

20170707_151713

Abgesehen von der persönlichen Einstellung komme ich regelmässig in Kontakt mit meinen körperlichen Grenzen. Beim Betonieren des Fundaments der Payotte ist beispielsweise auf halber Strecke der Betonmischer ausgestiegen – natürlich genau dann als die Sonne im Zenit stand. Das können sich die Theoretiker jetzt vielleicht nicht so gut vorstellen, aber mit der Schaufel grobklumpiges Bruchkies mit Sand und Zement zu vermengen ist ein quietschender Abnutzungskampf, von dem du weisst, dass du ihn kämpfen musst, obwohl du ihn nur verlieren kannst. Nach ungefähr einer Stunde war ich mit meinen Kräften am Ende – die Jungs haben den Job dann mit vereinten Kräften zu Ende geführt.

20170706_133110.jpg

Sie sind wegen der harten Arbeit auf dem Feld, dem tiefen Lebensstandard und dem heissen Klima so viel widerstandsfähiger, kräftiger und ausdauernder als wir verweichlichten Westler. Als wir zum Beispiel vor dem Betonieren des WC Tanks mit Kesseln das Regenwasser aus der Grube schöpften, standen die Jungs knöcheltief im Matsch. Danach quietschten ihre vollgesogenen Schuhe bei jedem Schritt und am Mittag hatten alle schrumpelige Füsse. Obwohl hier seit dem Beginn der Regenzeit die meisten an Schnupfen leiden, wäre es niemandem eingefallen, sich auch nur andeutungsweise darüber auszulassen, geschweige denn, sich zu beschweren.

20170706_095616.jpg

20170711_162738.jpg

Beim gleichen Vorfall in der Schweiz wären ganz bestimmt einige empörte Mütter auf den Lehrmeister losgegangen: Dies könne man einem Lehrling doch nicht zumuten! Ihr Luca hätte deshalb einen starken Pfnüsel bekommen und müsse für den Rest der Woche im Bett bleiben! Falls dies nochmals vorkäme, werde man es dem Berufsbildungsamt melden! Ganz im Gegensatz dazu schmeissen sich die Jungs hier in Afrika selbstmächtig gleich eine ganze Handvoll Antibiotika Tabletten (à 500mg/Stück) rein, wenn ihnen mal die Nase läuft. Das Zeug kriegt man hier alles rezeptfrei und relativ günstig.

Die Leute in diesen Breitengraden scheinen generell empfindlich auf Temperaturschwankungen zu reagieren, weil sie keine Kälte kennen. Einmal vor der Regenzeit, nachdem es lange richtig heiss war, ist es einen Tag lang bewölkt gewesen. Dabei ging ein angenehmes Lüftchen. Dies reichte aus, dass sich die meisten darüber beklagten, es sei ihnen kalt. Dabei war es kaum unter 28 Grad Celsius – die Tage zuvor ist es halt immer 37 Grad heiss gewesen. Am Abend und am nächsten Morgen liessen sich dann einige der Jungs in warmen Jacken und Wollmützen blicken. Den einen oder anderen Grinser konnte ich mir dabei nicht verkneifen, versteht sich.

20170511_115656

Nichts desto trotz musste auch ich gesundheitlich mal wieder einen Tiefschlag einstecken. Es begann mit zwei grossen Mückenstichen auf meinem rechten Bein; wahrscheinlich eine grössere Mücke, die mich gestochen haben muss, dachte ich zumindest anfangs. Nach einer Woche bildete sich ein dritter Mückenstich auf meinem rechten Knie und die Gelenkkapsel begann sich zu entzünden. Ich hielt es für einen günstigen Zeit-punkt, um zu reagieren – einen kleinen Vorrat an Antibiotika hatte ich ja noch vom letzten Mal. Trotzdem konnte ich zwei Tage später wegen der Entzündung nur noch hinkend gehen.

Im Spital verkauften sie dem Jovo (Weisser) gleich vier Medikamente. Davon schmeckten mir die Brausetabletten von Parafizz am besten. Die Antibiotika schlugen mir hingegen übel auf die Laune. Es seien Insekten gewesen, die einen Erreger in eine offene Wunde übertragen hätten. Jedenfalls wirkte der Medikamentencocktail erstaunlich gut und vier Tage später war alles praktisch wieder weg. Dennoch finde ich das Vorgehen dieser Insekten feige, sich auf einen Verletzten zu stürzen. Der Letzte Erreger ist wenigstens auf dem ehrlichen Weg über den Magen eingedrungen und musste sich zuerst der Magensäure stellen. Das respektiere ich.

Was das Projekt anbelangt, so geht es mit dem Bau des Sicherheitscamps gut voran. Das Zementsteinmauerwerk der Küche ist hochgezogen, die Betondecke aufgesetzt und der Grundputz des Mauerwerks weitestgehend fertiggestellt. die Zisterne konnte bereits vor sechs Wochen in Betrieb genommen werden. Vor drei Wochen haben wir zudem den beiden ausgedienten Frachtcontainern ein Wellblechdach aufgesetzt, das uns jetzt in der Regenzeit wertvolle Dienste leistet.

20170703_173132.jpg

20170703_173510.jpg

20170602_091828.jpg

20170607_083330.jpg

20170607_084654.jpg

20170608_114428.jpg

Im Gegensatz dazu gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Beninischen Staat ausgesprochen mühsam. Die Herren Staatsangestellte haben die Nerven, regelmässig vor Ort den Projektfortschritt zu kontrollieren, obwohl sie mit den Zahlungen arg im Rück-stand liegen: von den fälligen vier Raten ist gerade mal die erste eingetroffen. Bei einem vorangegangenen staatlichen Projekt über den Bau einer Hotelanlage bei einem Wasser-fall sind bis heute nur die Hälfte aller Zahlungen eingetroffen. Das Projekt liegt nun schon einige Jahre zurück – die Anlage ist am zerfallen, das Geld wird nie eintreffen.

Ich bedaure, das Projekt in diesem Moment verlassen zu müssen: jetzt, wo wir ein eingespieltes Team sind. Aber ich muss nach Hause, um meine letzte Bachelorprüfung zu schreiben. Danach will ich wiederkommen und mithelfen, das Sicherheitscamp zu vollenden. Diesmal als Freiwilliger, ich habe keine Diensttage mehr übrig. Danke für’s Lesen!

 

Routinen und Abenteuer

Letzte Woche sind wir bis am Samstagnachmittag im Park geblieben, weil wir wegen Pfingsten erst am Dienstag aufgebrochen sind. Als ich schon nicht mehr daran geglaubt habe, fuhren meine Schweizer Gefährten mit schönem Gerät ein; Thömus flottgemachter Käfer in original hellblau und sein bunter Mercedes-Reisebus – seine Wohnung, wenn man so will. Der Käfer ist optisch eine Wucht geworden: Seitlich zwischen den Kotflügeln liess Thömu horizontale GT-Streifen in weiss lackieren, wobei er diesen Hellblau-Weiss-Kontrast in der Farbgebung der Felgen wieder aufgegriffen hat.

20170610_172531.jpg

Der selbstgeschweisste Dachträger in schwarz mit dem Ersatzrad und den längs angebrachten Sumpfblechen verpasst dem nostalgischen Charme zudem eine ordentliche Portion pures rustikales Selbstvertrauen: “I’m sexy and I know it!” …das ist Authentizität mit vier fetten Kotflügeln! Grossartige Arbeit, Thömu, ich liebe es! Gemäss Grobplanung hätten meine Leute bereits am Mittag eintreffen sollen, um mich und den Anhänger mit den Schlafnischen mitzunehmen. Man habe schlicht den Aufwand für die Vorbereitung dieser 24-Stunden-Mission unterschätzt, lautete die offizielle Begründung der Herren Pablo, Lukas und Thömu. Der Plan lautet, dieses Wochenende auf Safari im Park zu gehen.

20170610_155346-1632x1224.jpg

Ich weiss nur, dass wir sonst an den Samstagen jeweils mindestens bis nach 10.00 Uhr gepennt haben. Aber wer wäre ich, wenn ich nach einem solchen Auftritt noch irgendetwas kritisieren wollte!? Abgesehen davon tut es gut, die Jungs nach einer langen Woche in der Einöde des Busches wiederzusehen. Obwohl es mich stolz macht, für dieses Projekt zu arbeiten, erfordert sein abgelegener Standort auch Entbehrungen: Nur noch am Wochenende Highlife mit den Freunden in der Stadt, während man unter der Woche im Park von der Aussenwelt komplett abgeschnitten ist. Dies nagt besonders dann an der Moral, wenn man im Nachhinein von einem gemütlichen Käse-Spätzle-Abend erfährt mit den Kolleginnen von der GIZ, dem Entwicklungshilfeprogramm des Deutschen Staates.

Eine weitere mentale Herausforderung bildet der monotone Tagesablauf: Seit drei Wochen baue ich nun Natursteinmauern für Zeltfundamente. Dies bedeutet konkret, täglich von morgens bis zum Znüni mit Pickel und Karrette flache Steine suchen und in schweisstreibender Arbeit durch unwegsames Gelände zur Baustelle karren. Nach der Pause wird bis zum Mittag gemauert und ab und zu von Hand neuer Mörtel angerührt. Am Nachmittag mauern wir dann nochmals zweieinhalb Stunden. Im Moment sind wir an Nummer acht von fünfzehn – danach kommen noch weitere auf der anderen Hügelseite. Jackpot!

20170602_145647-1632x1224.jpg

Und jeden Tag immer das Gleiche: die gleichen Steine, der gleiche Sand, der gleiche Zement und die gleiche Sau-Hitze. In Anbetracht dieser Monotonie überrascht es nicht, wenn aus Bauarbeitern viele Alkoholiker werden. Ich habe mich schon dabei ertappt, wie ich von einem Dörfler eine Zigarette geschnorrt habe, um wenigstens mal was anderes zu schmecken. Der Effekt war eindrücklich: das Nikotin beruhigte angenehm und ich kam mir dabei vor, wie der Cowboy aus der Marlboro-Werbung – don’t be a maybe! Vielleicht habe ich deshalb danach die Wangenmuskeln hochgezogen, in die Sonne geblinzelt und über meine rechte Schulter gespuckt.

Wie auch immer – in Anbetracht der Umstände ist das Wochenende die mentale Erlösung, die Zeit, um aus den Routinen auszubrechen. Dies ist uns eine Woche zuvor besonders gut geglückt, als Lukas am Sonntagmorgen spontan die Idee hatte, mit den Motorrädern zum Flugplatz zu fahren. Der Flugplatz von Natitingou liegt etwas ausserhalb der Stadt und verfügt über eine planierte Landebahn aus roter Erde, die einmal pro Jahr neu ausgeebnet wird. Obwohl da pro Jahr nur etwa vier Flieger landen, ist er 24 Stunden 7 Tage die Woche in Betrieb. Die beiden Typen im Tower freuten sich über unseren Besuch und liessen uns danach mit den Motorrädern auf der schnurgeraden Landepiste herumbrettern. Das hat richtig Laune hemacht.

20170605_122650-1632x1224.jpg

20170605_122409-1632x1224.jpg

20170605_121105-1632x918.jpg

Aber kommen wir zurück zur Safari. Im Bus kriege ich zuerst ein kühles Bier – genau das richtige nach dieser Woche. Anschliessend steige ich mit Pablo durchs Dachfenster aufs Dach des fahrenden Buses. Hier oben sind wir nur wenig tiefer als die meisten Baumkronen der Buschbewaldung: der Perfekte Ort, um nach Tieren Ausschau zu halten. Seit ein paar Wochen ist Regenzeit, weshalb der Busch grüner ist als sonst. Die Wolken ziehen hier relativ tief und schnell übers Land. Dadurch entstehen immer wieder malerische Kulissen. Als erstes treffen wir auf eine Antilopenherde.

20170610_154702-1632x1224.jpg

20170610_155125-1632x918.jpg

20170610_161746-1632x1224.jpg

Antilopen machen einen sehr aufmerksamen und fokussierten Eindruck, so als würden sie jederzeit ihre ganze Konzentration auf einen Punkt fixieren. Wenn man sie durchs Fernglas beobachtet, kriegt man den Eindruck, als ob einen auch die Tiere trotz der Distanz mit ihren dunklen Augen sehen könnten. An einem Wasserloch können wir Krokodile beobachten. Diese Tiere scheinen viel entspannter zu sein, als ihrem Image zufolge. So liegen zahlreiche Exemplare einfach nur reglos im kühlen Wasser. Am Abend rasten wir auf einer der beiden Campingstellen des Parks, die ebenfalls an einem Wasserloch liegt. Gemäss Thomas gibt es hier viele Nilpferde. Leider sehe wir kein einziges.

20170611_062900_LLS-1632x1224.jpg

Zum Abendessen kochen wir Teigwaren und Sauce über dem Feuer. Dazu gibt’s grilliertes Fleisch und kühles Bier. Im Hintergrund geben die Grillen ihr Konzert. Trotz der Anstrengungen des Jobs bin ich hier richtig. Das ist es wert. Danke für’s Lesen.

20170610_223232_LLS-1632x1224.jpg

Schon wieder krank im Busch

20170515_164155-1305x979

20170515_165810-1305x979

Es ist keine gute Idee gewesen, gleich wieder in den Park zurückzukehren: Die Übung geht nach der Reise einen halben Tag lang gut – am Abend dann der Dämpfer; mir ist wieder kalt. Mein erster Tipp lautet, das Mückenfieber ist zurückgekehrt. Langsam reicht’s mir mit diesen Tropen-Viechern und ihren Krankheiten. Darum werfe ich mir gleich die Akutdosis Malarone ein. Die sollen sich noch wundern, mit wie viel Chemie ich gegen sie vorgehen werde! So steigere ich mich rein in die Zuversicht, dass am Nächsten Morgen alles wieder vorbei sein werde – nur ein kleiner Rückfall halt und ich danach wieder angriffslustig wie eh und je.

Natürlich kommt es anders: Mit Mühe schleppe ich mich am nächsten Morgen noch bis zum Campingtisch mit dem Morgenessen, um Christoph Bescheid zu geben. Er hat heute extra Eier gekocht. Aber mir ist grad nicht nach Essen zu Mute – eher nach liegen und nicht zu laut denken. Christoph meint, in dem Fall könne ich am Mittag mit David, dem Fahrer des CFLs zurück ins Ausbildungszentrum fahren, um mich dort zu erholen. So dankbar wie es mein Zustand erlaubt, ziehe ich mich in meine Schlafgelegenheit zurück, drei Schaumstoffstücke, die mit einem Leintuch zusammengehalten werden unter einem grossen Mückennetz aufgespannt zwischen zwei Büschen.

Ich weiss, dass ich hier bis zum Mittag vor der unerbittlichen Tropen-Sonne sicher bin. Hoffentlich kommt David nicht zu spät, sonst muss ich noch meinen Schlafplatz verlegen und Aufstehen und Schritte tun würde ich heute am liebsten vermeiden. Eigentlich wäre es gut, trotzdem was Kleines zu essen oder zumindest viel zu trinken. Aber liegen allein ist qualvoll genug – ein Kampf im Liegen gegen die Zeit, ausgerechnet ich, der lieber im Stehen kämpft. Als ich den Harndrang nicht mehr länger hinauszögern kann, stehe ich dann doch auf.

Der Chef ist so nett und macht mir im Frachtcontainer auf dem Kaffeekocher eine Bouillon. Danach bin ich so erschöpft, dass ich mich an Ort und Stelle auf den staubig-dreckigen Containerboden lege – den Kopf auf einen Schaumstoffschwamm der dort im Gestell liegt. Es kommt ein Lehrling, der mich anweist, ich müsse jetzt zu Gott beten. Genau das brauche ich jetzt noch, einer der mich bekehren will! Sieht der nicht, dass ich grad andere Probleme hab!? Am liebsten würde ich ihn anschreien, er soll mich mit seinem Gott in Ruhe lassen und verschwinden.

Aber ich bin einfach zu schwach dafür und die Diskussion, die es provoziert hätte. Darum bleibe ich auf der diplomatischen Schiene, die ich bisher in Afrika noch nie verlassen habe. Er habe natürlich recht mit knappen Antworten und so. Zum Glück zieht er nachher ab. Dies ist etwas, was mir immer wieder auffällt, seit ich in Afrika bin: Wenn es um die Religion geht, werden die Leute hier gedanklich höchst unflexibel. Die gehen in Ihrem Glauben so weit, dass sie manchmal die gesamte Verantwortung an den Herrn abschieben. Dies äussert sich dann zum Beispiel in morgendlichen Gebeten für kaputte Autokupplungen.

Ich meine, wenn ich Gott wäre und die kämen mit ihren kaputten Autokupplungen zu mir, ich würde ihnen sagen: Wisst ihr was, Jungs, jetzt flickt ihr euren Scheiss mal selber! Denkt ihr ich habe Zeit für diesen Scheiss!? Und warum hab’ ich euch wohl auf die Erde geschickt!? Sicher nicht, dass ihr mir täglich sagt, wie dankbar ihr für das Leben seid – ich es aber dann bin, der alle eure irdischen Probleme lösen muss! Das ist in plakativen Worten meine Hauptkritik an der Art, wie der Glaube hier gelebt wird. Täglich in die Kirche gehen und immer wieder die alte Leier: «Hilf uns Herr, denn wir sind schwach!» Wie soll sich so jemals etwas ändern?

Ich bin ja kein Spezialist auf dem Gebiet – trotzdem bin ich überzeugt davon, dass mir das grössere Ganze dann wohlgesinnt ist, wenn ich für meine Probleme Verantwortung übernehme und entsprechend handle: «Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.» In diesem Sinn, glaube ich fest daran, dass es wichtiger ist, was wir aus dem Geschenk des Lebens machen, als dem Herrn täglich dafür in die Kirche danken zu gehen. Jedes Mal wenn ich gefragt werde, weshalb ich nicht in die Kirche gehe sage ich deshalb: Ich glaube an Gott, indem ich täglich versuche für eine gute Sache hart zu arbeiten.

Das Warten zieht sich hin, David taucht nicht wie erwartet am Mittag auf, auch nicht am Nachmittag. Mein Zustand ist zwar übel, aber einigermassen stabil. Um 16 Uhr beschliesst Christoph, mich nach Hause zu fahren. Als wir wieder Empfang haben, erfahren wir, dass David eine Panne hatte; einer der Stossdämpfer der Camionette ist unterwegs gebrochen. In der nächsten Stadt kaufen wir ein Coca Cola, dies hilft wie bereits letztes Mal enorm. Der Bluttest im Spital in Natitingou zeigt tiefe weisse Blutkörper und erhöhte Entzündungswerte.

Sowohl Malaria, Typhus und das Denguefieber können ausgeschlossen werden. Wahrscheinlich habe ich eine bakterielle Infektion der Verdauung. Deshalb muss ich eine Woche lang starke Antibiotika nehmen. Das Problem in den Tropen ist, die Käfer sind aufgrund der fehlenden Kälte und der starken Hitze widerstandsfähiger als in Europa. Deshalb braucht es stärkere Antibiotika und deshalb sind Europäer hier oft krankheitsanfällig. Zum Glück normalisieren sich beide Werte wieder innerhalb einer Woche. Seit gestern arbeite ich wieder und am Montag möchte ich wieder in den Park. Danke für’s Lesen.

20170518_165309-576x1024

Projekt Pendjari

Es ist Dienstagabend nach einem heissen Arbeitstag. Ich bin auf der Fresse. Deshalb gehe ich gleich duschen, um nicht in die Warteschlange der einzigen Duschkabine zu geraten. Letzten Donnerstag ist unser neues Projekt angelaufen: Wir bauen ein Sicherheitscamp für die Betreiber des Pendjari Nationalparks, der im Norden Benins liegt. Als wir letzte Woche hier angekommen sind, hatte es einzig die Grundwasser-Bohrung von 50 Metern für die Pumpe. Sonst alles grüner Busch, Bäume und heruntergefallene Äste. Die Hinfahrt dauerte drei Stunden. Mit dem Handy hat man hier keinen Empfang.

20170504_122206-1305x979

In der Zwischenzeit haben wir die Pumpe und eine Solaranlage installiert, vier Zelte und eine Zivilschutzdusche aufgestellt sowie ein Türken-WC gegraben. Als Küche dienen zwei grosse Gaskocher, die von den Schlossern des Ausbildungszentrums zusammengeschweisst worden sind. Das Ganze fühlt sich sehr romantisch an: wie auf einer abenteuerlichen Expedition in den Jungel – etwa so wie im Comics von Tintin (Tim und Struppi). In Realität ist es jedoch so viel mehr Arbeit, als man sich vorstellt. Schon alleine die Beladung des Lastwagens hat gut einen Tag in Anspruch genommen.

20170504_122355-1305x979

20170504_170930-1305x979

20170508_154422-1305x979.jpg

Angekommen im Park mussten wir zuerst einen Vormittag Äste, Laub und Stroh zusammenkehren, um sich vernünftig bewegen zu können. Am Nachmittag galt es dann, die Zelte aufzustellen und um jedes einen Graben zu ziehen, falls der Regen kommt. Unser Camp ist umgeben von drei grossen Hügeln mit spärlich-niedriger Busch-Bewaldung. Besonders auf den Hügeln liegen zahlreiche rostrot-graue Natursteine, die am Nachmittag heiss sind von der Sonne. Damit werden wir die Fundamente der Bauwerke ummauern, um anschliessend den Beton hineingiessen zu können.

Ich habe noch nie mit Naturstein gemauert, wollte es aber schon lange ausprobieren. Dies sei etwas für Landschaftsgärtner, nicht für Maurer, hat es immer geheissen. Nebst der Einrichtung des Camps haben wir letzte Woche die Grundrisse ins Gelände übertragen der Küche, des Ess-Saals sowie eines Fundaments für ein dauerhaftes Zelt. Von diesen Zeltfundamenten soll es einmal 26 Stück geben, rund um den Hügel herum verteilt.

20170505_102016-1305x979.jpg

Die genaue Position eines Bauwerks interessiert hier niemanden – Platz hat es ja genug. Deshalb arbeiteten wir bei der Trassierung nur mit Messbändern, Armierungsstäben und Schnur. Christoph kneift ab und zu ein Auge zusammen, um anhand der eingesteckten Armierungseisen die Gebäudefluchten zu kontrollieren. Vielleicht will er in Sachen Genauigkeit auch einfach nur mal ein Auge zudrücken. Anschliessend haben wir mit dem Aushub für die Natursteinumrandungen begonnen.

20170510_102349-1305x979.jpg

Trotz der vielen Gebäude, wird kein Bagger zum Einsatz kommen. Das Benzin für den Bagger würde pro Tag mehr kosten als ein Arbeiter. Denn eine Arbeitskraft kostet hier umgerechnet etwa drei Franken am Tag. Da überlegt man es sich zweimal, den Bagger zu kaufen. Abgesehen davon wäre es aufwändig, einen Bagger aufzutreiben. Für den Transport bedürfte es zudem eines Anhängers, was wiederum kostet. Dafür habe ich jetzt an beiden Händen Blasen vom Pickeln. Der unförmige Pickelgriff besteht übrigens aus dem verdrehten Ast eines Baumes.

Bisher habe ich jeweils gegrinst und ein wenig mit dem Kopf gewackelt, wenn mir die alten Bauarbeiter etwas über Pickeltechnik erzählen wollten. Ich meine, man haut das Ding einfach in den Boden und je grösser der Schaden, desto besser!? Spätestens nach einem Tag hat man es halt im Rücken, aber das lässt sich kaum vermeiden – auch nicht, wenn man dabei versucht, immer einen geraden Rücken zu machen. Weil ich in der Schweiz aber dank der Maschinen noch nie länger als eine Stunde am Stück habe pickeln müssen, ist es auch nie zu einem Härtetest meiner Technik gekommen. Mit anderen Worten, die Technik der rohen Gewaltanwendung hat sich für mich bisher bewährt.

Hier werden wir aber wochenlang pickeln, und ich merke schon nach drei Tagen, wie es mir an die Substanz geht. Allmählich beginne ich zu verstehen, was die Alten gemeint haben könnten. Die Sache ist die, man zieht mit dem Pickel relativ hoch auf und lässt ihn dann ausschliesslich mit der Schwerkraft und dem Eigengewicht des vorgebäugten Oberkörpers auf den Boden sausen. Nicht mit Zug, wie ich es bisher immer machte. Anschliessend nutzt man die Hebelwirkung des Griffs um Erde zu lockern und den Pickel wieder rauszuziehen. Um die trockene Erdkruste zu durchdringen nutzt man die Spitze Seite des Pickels, danach nur noch die breite Seite.

Die spitze Seite des Pickels habe ich in der Vergangenheit wohl noch nie benutzt. Interessanterweise ist der Schaden im Boden mit dieser Technik nur minim kleiner als wenn man auf Zug arbeitet. Auf der Plus Seite kann man mit der sparsamen Technik praktisch endlos pickeln. Nebst sieben Maurerlehrlingen unterstützen uns seit dieser Woche sechs Gastarbeiter aus dem nahegelegenen Dorf. Sie sind mausarm und kommen in zerschlissenen Kleidern daher. Arbeiten tun sie jedoch wie Pferde, das hat mich sehr beeindruckt.

Diese Leute arbeiten einen ganzen Tag lang völlig verschwitzt in der Sonne auf dem Feld. Am Abend legen sie sich auf ein Stück Karton oder eine Decke auf den harten Boden und schlafen. Ab und zu duschen sie und steigen danach wieder in ihre verschwitzten Kleider. Am nächsten Tag sind sie jedenfalls wieder topfit am Arbeiten. Sie kennen es halt nicht anders. Einmal mussten wir für das Wasserreservoir das Planum erstellen, eine gerade Fläche, worauf danach der Beton für das Fundament kommt. Als ich einem der Leute vom Dorf die lange Bleiwaage in die Hand drücke, merke ich an seinem Blick, dass der keine Ahnung hat, was eine Bleiwaage ist. Es ist schon heftig, in welch einfachen Verhältnissen die Leute hier aufwachsen.

20170515_172246-1305x979

Am Mittwochabend ziehen dunkle Wolken auf und es beginnt stark zu winden. Dabei wirbelt der Wind viel Staub auf. Ich packe noch schnell meine bisherige Schlafgelegenheit zusammen, ein Mückennetz und eine aufblasbare Matte, und begebe mich dann mit den Einheimischen in den grossen Frachtcontainer. Zwei der Gebäude bestehen aus je zwei Containern, die mit einem Wellblech-Dach überspannt werden. Einer dieser Container ist zum Glück bereits eingetroffen. Im Container mit den Dörflern fühlt es sich an wie auf einem illegalen Flüchtlingstransport. Starker Regen setzt ein, der gegen das Blech des Containers trommelt. Dies schafft ein sehr gemütliches Ambiente. Hier drinnen sind wir sicher.

20170509_090112-1305x979

Der Wind hat einiges zerstört: Die meisten Zelte liegen flach auf dem Boden. Der Campingtisch ist gut sechzig Meter weit weg von seinem ursprünglichen Platz auf dem Rücken zu Liegen gekommen. Auch die Elektroinstallation der Solaranlage hat gelitten. Immerhin sind sämtliche Solarpannels noch intakt. Es regnet nur noch leicht und es ist angenehm kühl geworden. Heute beginnen wir mit der Natursteinummauerung des Küchenfundaments. Eine andere Lehrlingsgruppe hat bereits zwei Streifenfundamente gemauert für den Frachtcontainer. Den Mörtel mischen wir von Hand mit der Schaufel auf dem Boden: einen Sack à 50kg Zement auf 2,5 Karretten Sand (ca. 60 Liter pro Karrette).

20170511_054916-1305x979

20170511_053744-1305x979.jpg

20170511_102247-1305x979.jpg

20170511_162329-816x612

In der nächsten Nacht ist mir zum ersten mal kalt, obwohl es draussen warm ist. Als ich rausgehe, um zu pissen kriege ich einen heftigen Schüttelfost. Ich habe wohl noch nie so unkontrolliert Wasser gelassen. Dabei erreichte ich eine Streuweite von locker 5 Meter ohne dabei nass zu werden. Danach gehe ich ans Feuer, um mich aufzuwärmen. Es dauert lange, bis mir wieder warm ist. Anschliessend wird mir sehr heiss und ich schwitze wie ein Tier. Es geht mir richtig mies jetzt. In der Zwischenzeit habe ich begriffen, dass ich Malaria, das Mückenfieber, erwischt habe. Es kommt wellenweise, dabei kann sich heiss und kalt abwechseln.

Auf dem Höhepunkt des Fieberschubes denke ich für einen Moment, dass es jetzt wohl mit mir zu Ende geht – hier draussen im Nirgendwo des Busches. Als letzte Massnahme schmeisse ich mir sechs BCAA-Kapseln ein. Das sind essentielle Aminosäuren, die gut sind für Immunsystem und Regeneration. Nach einer Stunde geht es mir ein wenig besser. Ich bin jetzt aber sehr wackelig auf den Beinen. Am nächsten Morgen gibt mir Christoph eine Malaria-Kur. Den ganzen Tag liege ich flach. Meine Nieren und Rückenmark schmerzen. Jeder Schritt ist eine Qual. Am Abend geht es mir dann zum Glück deutlich besser. Die Kur scheint gut zu wirken. Heute bin ich praktisch wieder fit. Danke fürs Lesen.

Vom Staplerfahren und Betonieren

Ich bin zuvor noch nie Stapler gefahren, ausser natürlich im Videospiel GTA. Dort musste ich mit dem Stapler auf einem Militärflughafen Munitionskisten klauen. Jedenfalls ist mir bewusst gewesen, dass ich mich auf heikle Mission begebe, als ich mich bereit erklärte, den Stapler zu fahren. Es ging ja nur darum, ein Palett mit 300 bis 400kg schweren, lose aufgeschichteten Zementsteinen 100 Meter weit zu transportieren und auf dem Betondach abzustellen. So viel kann da nicht schief gehen, und wo kämen wir denn hin, wenn wir immer nur auf sicher spielen würden?

Tömu gibt mir einen kurzen Crashkurs. Der Stapler hat Vorderradantrieb mit Doppelbereifung und hinten kleine Räder zum Steuern. Dadurch kann man praktisch an Ort wenden. Trotz Doppelbereifung ist der Stapler strenggenommen nicht fürs Gelände gebaut. Das mit dem Heben und Senken ist einfach. Schwieriger ist jedoch das Palett zu treffen. Ich muss ein paar mal Anlauf nehmen. Dabei touchiere ich einmal mit der Gabel leicht eine Wand – nichts passiert zum Glück. Die Kupplung kommt relativ spät, dann aber ziemlich schnell. Deshalb braucht es Gefühl und ein wenig Übung zur genauen Manövrierung.

Tömu ist übrigens volontärer Automechaniker und der Daniel Düsentrieb des CFL. Ab und zu kauft er sich für ein paar Hundert ein oder zwei Wracks begehrter Oldtimer-Modelle, bastelt sie zu einem funktionierenden Auto zusammen und fährt damit in die Schweiz. Dort verkauft er es dann für ein paar Tausend. Tömu hat mit seinen 26 Jahren zudem bereits mehrere umfangreiche Afrikareisen hinter sich. Zu diesem Zweck hat er sich einen Mercedes-Bus umgebaut, worin er auch hier im Ausbildungszentrum wohnt. Wenn er von der Schweiz aus wieder aufbricht, nimmt er auf seine Reise oft Gäste mit. Hier noch die Adresse seines Blogs, danach zurück auf den Stapler: http://www.tjmechanicsandadventure.blogspot.com.

Als es mir gelingt, das Palett aufzugabeln, fahre ich langsam Richtung Baustelle. Dabei schwitze ich sehr: Die Steine schwanken schon bei kleinen Erschütterungen gefährlich, obwohl ich so langsam fahre wie möglich; ohne je ganz einzukuppeln. Endlich auf der Baustelle angekommen, kommt der schwierigste Teil: Ich muss das Paltet ca. 2.8 Meter hochheben und danach kontrolliert ans Gebäude heranfahren. Natürlich ist genau dort eine Steigung und daneben ein Dutzend schwarze Nasen, die mir zuschauen. Da habe ich mich ja mal wieder schön reingeritten!

Das Problem ist, ich muss ein wenig Gas geben, weil alleine die Kupplung kommen lassen wegen der Steigung nicht mehr ausreicht. Gleichzeitig darf ich nicht zu viel Gas geben, weil ich zum einen ins Gebäude reinfahren könnte. Zum anderen könnten durch ruckartige Bewegungen Steine runterfallen oder der Stapler umkippen infolge der Hebelwirkung des Paletts, das jetzt auf über zwei Metern liegt. Vielleicht habe ich schon erwähnt, dass ich heute zum ersten mal einen Stapler fahre.

Ich gebe zu viel Gas – der ganze Stapler wackelt und drei oder fünf Steine fallen herunter; einige davon auf die Fahrerkabine. Das Adrenalin schiesst mir ins Blut, Aufregung und wilde Gesten auf der Zuschauertribüne. Gottseidank gelingt mir das Manöver beim zweiten Versuch. Die Jungs grinsen, einige klatschen. Uff! Ich bin an einem Sonntag zur Welt gekommen. Das Glück war mal wieder auf meiner Seite. Ich sehe mir den Stapler an. Es ist halb so schlimm: Das Dach war bereits verbeult; da ist nicht zum ersten mal was draufgefallen.

Der zweite Durchgang gelingt schon fast zu gut, der dritte wieder leicht schlechter: alles aber wieder im grünen Bereich in Afrika. Obwohl ich nicht besonders religiös bin, danke ich an diesem Abend dem grösseren Ganzen für Beistand und Hilfe. Für den nächsten Tag ist das Betonieren der Decke vorgesehen. Ich habe grossen Respekt vor dieser Aufgabe in Anbetracht der eher bescheidenen Leistung meiner Jungs beim Bau der Deckenschalung. Betonieren ist jeweils eine stressige Angelegenheit: Man muss vorwärts machen, weil der Beton nicht ewig flüssig bleibt. Dies gilt umso mehr in diesen Breitengraden, wo es tagsüber um die 36°C heiss ist. Ich muss unbedingt cool bleiben bei dieser Sache.

Abgesehen davon will ich das Geschehen dieses mal bis zum Schluss überwachen, um nachher nicht wieder Überraschungen anzutreffen. Glücklicherweise konnte ich vor der Lehre ein paar Decken betonieren helfen. In der Schweiz fährt man zu diesem Zweck mit dem schweren Geschütz vor: Da kommen zwei Lastwagen – der Betonmischer und die Betonpumpe, die über einen 30 Meter langen Arm aus Rohren und Schläuchen den Pumpbeton direkt in die Schalung pumpt. Der Beton besteht aus Rundkies, Sand, Zement und Verzögerer. Betonieren à la africaine ist im Vergleich dazu ein bisschen umständlicher.

Der Beton wird hier in einem Trommelmischer mit einem Benzinmotor gemischt. Danach wird er mit dem Stapler aufs Gebäude gehievt. Von dort gelangt er mit Garretten an seinen Platz in der Schalung, wo er wie in der Schweiz, mit Vibriernadeln verdichtet wird. Das Gemisch umfasst jedoch lediglich Sand, Zement und Bruchkies – kein Verzögerer. In der Schweiz wird das Flusskies in grossen Mengen mit einem Saugbagger abgebaut. Hierzulande verkleinern Frauen der umliegenden Dörfer Gesteinsbrocken mit Hämmern. Natürlich ist das rückständig. Dennoch kriegen auf diese Weise immerhin alle, die mithämmern, etwas vom Kuchen.

20170412_121739-2448x1836

20170412_083112

20170412_083130-2448x1836

Bei einer Maschine, die mehrere Kubik pro Stunde verkleinern kann, würden nur noch wenige absahnen, während die Anderen leer ausgehen würden. Dies ist eines der grossen Probleme des Kapitalismus: «The winner takes it all». Abgesehen von der Methode der Gesteinsbrechung mit Hammer und dem Kapitalismus ist auch der fehlende Verzögerer im beninischen Beton suboptimal. So besteht die Gefahr, dass der Zement zu schnell abbindet aufgrund der Hitze und Sonneneinstrahlung. Dadurch wird die Betonqualität beeinträchtigt.

Wenn man zum Beispiel eine Schaufel nassen Beton in den Backofen legt, wird er trochen und bröckelig, weil der Zement nicht richtig reagieren kann, aufgrund des schnellen Trocknungsvorgangs und der fehlenden Luftfeuchtigkeit. Leider ist Verzögerer hier kaum erhältlich und wenn, dann unverhältnismässig teuer. Um diesen Nachteil abzufedern, möchte ich den Beton so bald wie möglich mit Plastik zudecken sowie am Abend, wenn die Sonne weg ist, mit Wasser berieseln und danach wieder zudecken. So habe ich es in der Lehre gelernt.

Es geht los. Gleich zu Beginn schnappe ich mir eine der beiden Vibronadeln, um im Herzen des Geschehens mitmischen zu können. Ich bin gut drauf und bereit in dieser Schlacht als erster zu attackieren! Natürlich habe ich kaum Erfahrung, aber was kann mir schon passieren?! Ich meine, ich habe die Stapleraufgabe gemeistert – und jetzt geht es nur darum, Beton in eine Holzkiste zu giessen. Es fängt gut an: Der Beton ist zwar noch ein wenig zu dickflüssig, lässt sich aber verarbeiten. Wir betonieren streifenweise von ca. einem Meter, wobei die Oberfläche mit Metall-Talochen und Zementpulver sofort fertiggestellt wird.

20170412_083139-2448x1836

Die Schalung und die Zementsteine lasse ich auf Anweisung des Chefs fortlaufend mit dem Schlauch bewässern. Ich spüre, dass dieses Unterfangen richtig gut läuft. Darüber freue ich mich wie ein Räuber. Endlich mal betonieren, ohne dass jemand rumstresst. Alle erledigen einfach nur ihren Job; jeder auf seine eigene gemütliche afrikanische Weise. Dafür liebe ich dich Afrika: für deine Art, die Arbeit ohne Hektik zu geniessen. Danke fürs Lesen.

20170412_111738-2448x1836-1224x918

20170412_122101-2448x1836

Die Vollendung der Deckenschalung

Am nächsten Tag geht’s weiter mit der Deckenschalung. Ich durfte das Unterfangen am Nachmittag des Vortages alleine leiten, weil Mo zum Zahnarzt musste. Als erstes fällt mir auf, dass die zuletzt installierten Stützen an der falschen Position stehen, obwohl wir den ganzen Nachmittag nach dem gleichen System vorgegangen sind. Die Jungs haben es tatsächlich geschafft, die letzten sechs Stützen des Nachmittags anders aufzustellen als die dreissig vorangegangenen. Ich bin nur kurz weg gewesen, um weitere Stützen zu schneiden. Davor sagte ich noch, bitte alles immer gleich wie bisher.

20170405_114412-3096x1742

20170405_114445-1651x929.jpg

 

Jetzt verstehe ich, weshalb Mo sämtliche Tätigkeiten mikromanagen will. Es ist auch nicht so schlimm, weil sowieso zu viele Stützen eingerechnet sind, da man die Belastbarkeit der einzelnen Stütze nicht genau kennt. Deshalb kann vom Abstand der Stützen abgewichen werden. Auch Mo meint, das könne man schon so lassen. Aber trotzdem; was soll der Scheiss!? Die Jungs hier sind nicht auf den Kopf gefallen; sie sind nicht dümmer als die Jungs zuhause in der Schweiz. Ich kann es wirklich nicht verstehen.

In der Pause erkläre ich Mo mein Problem. Er ist der Ansicht, es liege an der schlechten Grundbildung und man müsse die Lehrlinge «aufwecken». Mir wird langsam bewusst, wie weitreichend sich die Strukturierung eines Menschen auswirkt. Ich meine, wenn hier in einer Lehmhütte irgendwo im Busch jemand zur Welt kommt, dann trifft der nicht viel Struktur an. Wenn er mag, rennt er den Ziegen hinterher oder spielt mit einem Motorradreifen. Wenn ihm das zu blöd wird, macht er einfach was Anderes.

Wahrscheinlich kommt ab und zu die Mama mit einem Kessel und sagt ihm, er müsse sich jetzt waschen. Vielleicht wird er dann noch einmal die Woche in die Kirche geschleppt. Aber insgesamt lernt er auf eine spielerische Weise in der Natur: ohne Ziel und nach dem Zufallsprinzip. Der Vorteil ist, er hat Spass beim Lernen; der Nachteil, sein Wissen ist unstrukturiert, sein Vorgehen bei der Problemlösung intuitiv – wahrscheinlich kommt er in seinem freiwilligen Tun nicht oft bewusst und fokussiert von A nach B.

Es braucht eben beides: Man darf seine Leute nicht verheizen, kann sie aber auch nicht einfach ihrem eigenen Spiel überlassen. Ich bin gespannt, wie das hier im Unterricht läuft. Aber gehen wir wieder zurück auf die Baustelle. Nach der horizontalen Deckenschalung braucht es Armierung sowie eine seitliche Abschalung, damit die Betonplatte neben ihrer Fläche auch zu ihrer Dicke findet. Zu diesem Zweck verankern wir Schaltafeln aussen an der Tragkonstruktion mit der Hilfe von Ankerstäben und gelochten vertikalen Kantholzen für mehr Stabilität.

20170406_084758

Christoph gibt mir zudem die Anweisung, bei den Aussenecken und wo immer zwei Bretter zusammenkommen, als zusätzliche Verstärkung, horizontale Kantholze einzubauen. Wenn es der Chef so will, wird es so gemacht. Beim Einbau der Kantholze stosse ich jedoch auf Widerstand. Gabriel, ein Lehrling, der schon oft, was anders machen wollte, empfindet die horizontalen Kantholze als nicht notwendig. Ich gehöre ebenfalls zu den Leuten, die gerne was anders machen. Deshalb diskutiere ich gerne mit Gabriel – muss ihm dieses mal aber leider absagen. Es scheint ihn nicht zu kümmern.

Ich sage es ihm nochmals mit entspannter Miene. Obwohl er meint, Christoph hätte es ihm anders gesagt, zieht er danach davon und widmet sich einer anderen Arbeit. Anschliessend muss ich mit dem Stapler Zementsteine heranschaffen und bitte ihn, mir das Stromkabel hochzuheben, damit ich durchfahren kann. Er stürmt wieder etwas und reagiert nicht auf meine noch immer liebevoll gehaltenen Anweisungen. Ein anderer kommt mir helfen. Ich merke, wie mein Puls hochfährt. Hier soll ja nicht jemand meinen, er könne machen, was er will, nur weil ich so ein entspannter Junge bin – mir reicht es nämlich!

Wie bei einem Einbruch des Blutzuckerspielgels, fällt meine Laune auf den Tiefpunkt. Schlagartig wird es dunkel und am Himmel sieht man Blitze zucken. Im Hintergrund ertönt das Intro von «Hells Bells» (AC/DC). Mühsam atmend versuche ich mich auf dem Hochstapler zusammenzureissen, um meine Mission des Steineholens zu Ende zu bringen. Danach gehe ich langsam zu Gabriel hinüber. Ich sage ihm mit übertrieben ruhiger Stimme und bitterbösem Blick: Ca suffit maintenant. La prochaine fois je te dis de faire quelque chose, tu le fais. Je souhaite c’est compris?!

Mir ist scheissegal, ob das richtiges Französisch ist, ihr Klugscheisser. Der Blick scheint jedenfalls den Unterschied zu machen. Er sagt sofort: «Oui, c’est compris!» Danach kommt er mit Ausreden, weshalb er mir mit dem Hubstapler gerade nicht habe helfen können. Die Geschichte scheint sich schnell herumzusprechen. Am Nachmittag sind alle übertrieben freundlich zu mir. Meine Laune hat sich in der Zwischenzeit erholt und schlechtes Gewissen stellt sich ein, weil alle so freundlich sind. Ist schon ok, ich bin halt ein sensibler. Danke fürs Lesen.

Der erste Tag im CFL

Der erste Tag im CFL

Am Morgen erklingt um 07.40 Uhr die Sirene im CFL (Centre de Formation Lieweitari) – zur Erinnerung erklingt sie zehn Minuten später noch einmal. Es sei aber kein elektronischer Alarm, sondern der Chef-Berufsbildner, der einen Knopf drücke. Er sei nicht immer zuverlässig, was die Sirene anbelangt – auch sonst nicht. So die erfahrenen Zivis. Ich verstehe nicht recht, weshalb der Alarm wie ein Polizeiwagen auf einer Verfolgungsjagt klingen muss. Das assoziiere ich mit «Grant Theft Auto», kurz GTA, einem Videospiel, worin ich in der Person eines Schwarzen oft vor der Polizei flüchten musste. Hier sind auch alle schwarz.
Ich wohne mit Jan, Lukas und Pablo in einem Dortoire, einem gemütlichen afrikanischen Häuschen mit gewölbter Decke und braunrot-weissem Verputz. Pablo ist ZIVI-Polymechaniker und Maschinenbauingenieur – ich kenne ihn bereits vom ZIVI-Ausbildungskurs. Dem Schlafraum vorgelagert ist ein weiterer Raum mit Gasherd, Kühlschrank sowie einem Tisch mit Steinplatte und Stühlen. Die Fenster bestehen aus einem Fliegengitter sowie verstellbaren Glaslamellen zur Regulierung des Durchzugs.

20170407_093212

20170407_093225

20170403_171850.jpg

20170405_120740.jpg

20170405_120658.jpgWir begeben uns um 08.00 Uhr in die Montagehalle der Polymechaniker. Ich bin einigermassen angespannt und nicht nur wegen der Polizeisirene: Am Vortag sagte mir Jan auf der Reise, ich werde der einzige ZIVI-Maurer sein und müsse die Baustelle leiten. Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich davon ausgegangen, zumindest anfangs, mit einem anderen ZIVI-Maurer zusammenzuarbeiten. Spontan fallen mir beunruhigend viele Gründe ein, weshalb dies ein Problem werden könnte: Erstens habe ich erst im Juli letzten Jahres meine einjährige Maurerlehre abgeschlossen, das heisst, ich habe kaum Erfahrung. Ich habe zweitens noch nie eine Baustelle geleitet.

Drittens verwenden die hier wohl andere Werkzeuge und Arbeitsverfahren, als die dort Zuhause. Falls dies nicht ausreicht, wäre da ja noch immer die Sprache. Und mit Französisch habe ich ungefähr so viel Erfahrung wie mit dem Mauern. Auf der Plus-Seite darf man mir zugutehalten, ich bin erstens enorm kräftig – ziemlich eindrücklich. Zweitens kann ich einigermassen geradeaus pissen. Drittens darf man den Motivationsfaktor dieser Aufgabe nicht unterschätzen: Es ist eine einmalige Chance. Wo kriegt man sonst die Gelegenheit, direkt nach der Grundausbildung, eine Baustelle zu leiten?

Im Übrigen wird man mich hier wohl nicht nach Hause schicken. Ich habe also kaum was zu verlieren; dafür umso mehr zu gewinnen. In der Montagehalle beginnt das Morgenritual mit afrikanischem Gesang und Klatschen. Anschliessend liest einer aus der Bibel vor, danach bitten wir den Herrn um Frieden, Schutz, und Wohlergehen für das Ausbildungszentrum, Benin, Afrika und überhaupt. Der Chef, Christoph, führt mich um 08.20 Uhr persönlich in die Räumlichkeiten und Organisation der Maurer im CFL ein.

Schliesslich schnappe ich Hammer und Nageltasche und gehe auf die Baustelle. Es fühlt sich gut an, wieder Maurer zu sein. Das bin ich – hier bin ich richtig. Die Baustelle leitet Mohammed, der in Ghana Bauingenieur studiert hat. Dies ist eine gute Nachricht; ich werde also nicht völlig auf mich allein gestellt sein. Zunächst brauche ich aber einen Überblick, wie die Prozesse hier ablaufen. Nach kurzem Vorstellungs-Chit-Chat frage ich Mo, wie ich ihm helfen könne. Mo scheint über meine Frage erleichtert zu sein.

20170404_122202

20170405_120217

20170406_084758.jpg

Man ist dabei, eine Deckenschalung zu erstellen. Zu diesem Zweck schalen zehn Lehrlinge den vorangegangenen Deckenabschnitt aus, um die Deckenstützen danach gleich wieder einzusetzen. Die vertikalen Deckenstützen sind hier übrigens dünne Baumstämme, die an den horizontalen Jochträgern angenagelt sind und mit Keilen auf die richtige Höhe gespriesst werden. Zuhause sind sie aus Metall und können mit einer Winde eingestellt werden. Was den Arbeitsprozess betrifft herrscht hier einigermassen Chaos.

Das Ausschalen wird auf der einen Seite Schritt für Schritt von Mo mikro-gemanaged. Dies überrascht mich; in der Schweiz machen das die Lehrlinge in der Regel selbstständig. Auf der anderen Seite legen die angehenden Maurer die ausgeschalten Stützen zufällig irgendwo ab. Andere Lehrlinge nehmen sie von dort und Legen sie auf einen Haufen, wo wiederum ein anderer Lehrling die Nägel herauszieht und die Stützen auf einem weiteren Haufen ablegt, bis sie dann in einem weiteren Arbeitsschritt zum neuen Einsatzort gebracht werden müssen.

20170403_180131-1651x929

Vernünftigerweise würden die Nägel direkt herausgezogen, zumal man die Deckenstütze ja ohnehin lösen muss und man den Hammer dann ohnehin in der Hand hält – von Minimierung des Verletzungsrisikos ganz zu schweigen. Anschliessend könnte man die Stützen gleich dahinbringen, wo sie als nächstes gebraucht werden. Dies ist nur eines von vielen Beispielen. Vorerst behalte ich den Ball aber flach. Die strukturellen Anweisungen von Mo versuche ich hingegen jeweils mehrmals mit Nachdruck zu bekräftigen, dabei ist die Wirkung nur von kurzer Dauer.

Dies ist mühsam. Ich weiss, ich muss mich jetzt zusammenreissen: Es wäre kontraproduktiv, sich hier gleich am ersten Tag sichtbar aufzuregen. In der Schweiz hätte ich, nach dem fünften mal Sagen, für einen kleinen Ausraster volles Verständnis bekommen sowie ein paar anerkennende Grinsen. Bevor ich aber hier anfange durchzudrehen, muss ich mir sicher sein, was der Normalzustand ist und weshalb die Leute ihre einfachen Anweisungen so inkonsequent umsetzen.

Diese Situation ist insofern positiv, als dass ich dadurch zu mehr Selbstvertrauen finde – ganz nach dem Motto «mit dem Ärger steigt das Ego». Selbst wenn ich hier fachlich aufgrund geringer Erfahrung nur wenig Akzente setzen können sollte, habe ich strukturell ein paar wichtige Schlachten zu gewinnen. Um zehn Uhr ertönt wieder Polizeisirene und Schiesslärm – natürlich nur Sirene. Es gibt la Bouille und Gâteau, eine Suppe mit Hirsemehl und Zucker sowie Küchlein aus Bohnen, die in kochendem Öl geschwommen sind.

Das Zeug ist sehr nahrhaft, auch wenn es mich geschmacklich nicht so überzeugt. Ausserdem habe ich wegen der Hitze hier kaum Hunger, und in die Suppenschale könnte man ohne weiteres reinspringen und ein paar Runden schwimmen. Deshalb gebe ich sie nach wenigen Löffeln dankend an den Kollegen neben mir. Ich hoffe im Geheimen, sie mögen in puncto Essen noch etwas mehr zu bieten haben.

Die Jungs sind übrigens alle sehr hilfsbereit hier, und aufgestellt. Ein bisschen Struktur und wir können zusammen die Welt erobern. Ich muss aber aufpassen, dass ich diesen positiven Spirit mit meiner westlichen Strukturwut nicht zerschlage. Ab 10.30 geht das bunte Treiben auf der Baustelle weiter. Mo kümmert sich wieder um das Mikromanagement, während ich mich um ein bisschen Ordnung auf der Baustelle bemühe und alles Herumliegende versorge. Ab und zu bitte ich die Jungs freundlich, sie sollen doch die Deckenstützen gleich ausnageln.

Um 13.00 Uhr dann wieder Sirene – die Mittagspause dauert zwei Stunden. Danach wird nochmal drei Stunden gearbeitet. Ich liebe diesen Rhythmus schon jetzt. Am Abend gehen wir zusammen Ignam Pillé essen – dies sei bereits Tradition unter den Zivis. Ignam ist eine Wurzel, die ähnlich wie Kartoffeln wächst. Die bepflanzten Äcker erinnern an unzählige symmetrisch angeordnete Maulwurfhügel. Eben diese Wurzel wird von vier bis sechs kräftigen afrikanischen Frauen mit Holzkeulen zu Brei gedroschen und zu einem Teig verarbeitet.

Dieser Teig wird dann von Hand in eine scharfe Sauce mit leckerem beninischen Käse getunkt und gegessen. Es ist zu meiner Erleichterung sehr lecker – besonders der Käse. Zum Essen gibt es Bier Beninoise und im Hintergrund zirpen die Grillen. Die afrikanische Abendstimmung ist etwas ganz Besonderes: Es gibt kaum Licht auf dem Aussensitzplatz dieses kleinen Restaurants. Deshalb sprechen alle automatisch etwas gedämpfter. Ausser der Grillen ist es still. Es wirkt, als wünsche die Natur, dass ihre Kinder jetzt zur Ruhe kommen. Danke fürs Lesen.

20170408_183536_LLS.jpg